2 Grad Plus

Wetter-Experte Marcus Wadsak weiß schon jetzt: Die nächsten Sommer werden heiß. Sehr heiß sogar.
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onne, Wind und Wetter, das hat für einen Meteorologen nicht nur mit dem Kreislauf der Natur zu tun, sondern vor allem mit dem Klima. Marcus Wadsak, Leiter der ORF-Wetter-Redaktion, hat zum Interview bei Sonne-Licht-Schatten nicht nur gute Laune mitgebracht, sondern auch eine Mappe voller Zahlen und Fakten.

„Mein Lieblingsplatzerl im Sommer? Im Schatten eines alten Baumes in Weiden am See.“

Herr Wadsak, wer war wichtiger für Ihren Berufswunsch: Carl Michael Belcredi oder der Quaxi?

Marcus Wadsak: Beide. Sie haben es geschafft, mit dem Wetter eine Persönlichkeit, oder eine „Tierlichkeit“, zu verkörpern, wie es nachher nicht mehr möglich war. Das Interesse kommt aber von meinem Opa. Der trug jeden Tag die Temperaturen in einen Kalender ein. Das hat mich fasziniert.

Sie haben schon vor Abschluss Ihres Studiums beim ORF begonnen. Wie kam es dazu?

Marcus Wadsak: Ich habe Meteorologie studiert und mit Unterstützung der Austro Control gerade an meiner Diplomarbeit gefeilt. Just als ich mit der Auswertung meiner Daten anfing, hat der ORF bei mir angerufen. Damals war die Rede von Radio und einmal in der Woche. Kurz darauf bin ich voll eingestiegen. Aber der wahre Grund für meine Verpflichtung: Ich war als Einziger meines Jahrgangs erreichbar, weil gerade Sommerferien waren.

ENERGIESPAR-TIPP

Mit außenliegendem Sonnenschutz kann eine Überhitzung des Raumes um bis zu 90 % reduziert werden.

Durch den Einsatz von effektivem und intelligentem Sonnenschutz könnten die Hälfte der Kühlsysteme abgeschaltet und die übrigen redimensioniert werden, bestätigt eine Studie der European Solar Shading Organization.

„Der Mensch sollte auf seinen Instinkt achten. Dann weiß er auch, dass man die pralle Mittagssonne meiden sollte.“

Heute sind Sie nicht nur im TV zu bewundern, sondern auch im Internet. Wie wichtig sind Social Media für Ihren Job geworden?

Marcus Wadsak: Extrem wichtig. Begonnen hat alles mit dem Teletext, dann mit dem Web. Mit den sozialen Netzwerken haben wir die Möglichkeit, mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Ich kann jederzeit aktuell posten und bekomme auch die Reaktionen mit. Das ist für mich sehr relevant, weil ich so testen kann, was die Menschen interessiert.

Sie sind nun schon über 20 Jahre lang Wetterexperte. Was hat sich in dieser Zeit in Ihrer Wahrnehmung geändert – Stichwort: Klimawandel?
Marcus Wadsak: Ich verlasse mich lieber auf Fakten als auf persönliche Wahrnehmung. Man kann eindeutig belegen: Weltweit ist die Temperatur in den letzten etwas mehr als 100 Jahren um 0,8 Grad angestiegen. In Österreich aber um das Doppelte, wir sind da schon in der Nähe von 2 Grad plus. Und alle Klimaprognosen schreiben diesen Trend fort. Heißt: Es wird heißer und trockener. Wir werden speziell im Sommer mehr Probleme bekommen.

Wie schützen Sie sich und Ihre Wohnräume vor zu viel Sonne?
Marcus Wadsak: Ich lebe im Burgenland, in einem der sonnenreichsten Gebiete Österreichs, und wir merken sehr deutlich, dass die Sonneneinstrahlung zunimmt. Der erste Tipp ist: Raus aus der Mittagssonne! Und ansonsten: Wir haben Außenjalousien, damit es sich im Inneren nicht aufheizt, und Markisen auf der Terrasse. Damit können wir jedenfalls die Nachmittage draußen genießen.

Zum Abschluss: Wie weit kann man mit den heutigen Hilfsmitteln in die Zukunft schauen? Können Sie mir sagen, wie der nächste Sommer wird?
Marcus Wadsak: Genau das können wir nicht. Wir sagen das Wetter für 3 Tage auf die Stunde genau vorher, für 5-7 Tage ziemlich gut für die einzelnen Regionen Österreichs und Trends können wir für 15 Tage berechnen. Es gibt Wetterlagen, die sind einfach vorherzusehen. Und es gibt andere, da kommen wir nicht so weit.